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Meine Indienreise auf dem Weg zum Yoga

Von dieser Reise und all ihren Erfahrungen hätte ich nicht einmal ansatzweise träumen können geschweige denn mir ausmalen, wie Indien mich in seinen Bann ziehen würde.

Ziel dieser Reise war es eine Yoga-Ausbildung zu machen und als Yoga-Lehrerin zurückzukommen. Was ich dann in diesem wilden, bunten, lauten und herzlichen Land erleben durfte, war so viel mehr als ein Zertifikat oder ein Abschluss. Es war erst der Anfang.



Auf einige Dinge im Leben kann man sich vorbereiten - man kann darüber lesen, darüber sprechen und dennoch ist die wage Idee davon noch so viel weiter entfernt als der Mond. In dem Moment, indem ich diese Zeilen niederschreibe, habe ich den Duft von Gewürzen, Wasser und undefinierbarem in der Nase. Ich sehe vor meinem geistigen Auge das Glitzern der Menschen in ihren Gesichtern, das Lächeln des Popcornverkäufers, der nichts besitzt und dem doch die ganze Welt zu Füßen liegt. Ich spüre das Fell der Kühe und Hunde unter meinen Handflächen, höre das Lachen der Kinder, das Knattern der Motorräder, die ungestüm über die Straßen fliegen. In meinem Herzen breitet sich eine Wärme aus und ich spüre die Energie dieses Landes. Mein Geist fängt an zu Flattern, mein Herz klopft und ich bin voller Dankbarkeit und dieses Gefühl begleitet mich nicht erst seit meiner Rückkehr, sondern war ein stetiger Teil meiner Reise.




Auf diesem Bild ist ein Teil der Menschen zu sehen, die mir auf dieser Reise besonders ans Herz gewachsen sind. Wir haben zusammen gelacht, uns gehalten, aufgemuntert, neue Wege beschritten und Tränen getrocknet. Als ein typisches Nordlicht benötigt es in der Regel einige Zeit, um Menschen in mein Herz zu lassen - ihnen einen Platz zu geben, der wie ein Feuermal eingebrannt ist und für immer bleibt - in dieser Gruppe jedoch durfte ich lernen loszulassen und zu vertrauen und ich wurde mit einer ganzen Familie an Herzenswünschen belohnt. Jeder einzelne ist ein wichtiger Part meiner Reise und hält seinen Platz in meinem Herzen. Hinzukommen all die Lehrer, die ihr Wissen und Erfahrung mit uns geteilt haben und kein Blatt vor den Mund genommen haben. Ich zehre von jeder einzelnen Phylosophie Klasse, jeder Entspannung während der Meditation zum Abschluss des Tages. Jedes Lachen, jede Geschichte, jede Träne sind fest versiegelt in meinem Herzen.


In der allerersten Kundalini Stunde hat unser Lehrer uns gefragt, weswegen wir eigentlich hier sind und erst jetzt begreife ich so langsam, dass ich eigentlich keine Ahnung hatte. Die Antwort, die ich ihm an jenem Tag gab waren mehr einstudierte Worte, die ich mir selber wir ein Mantra aufsagte. Ich praktiziere zwar schon seit ca. 10 Jahren Yoga - mal mehr mal weniger - aber was Yoga oder noch viel mehr Kundalini bedeutet, weiß ich erst jetzt ansatzweise. Was Yoga auf jeden Fall nicht ist, ist ein Sport um Abzunehmen oder den Körper in Form zu bringen. Natürlich werden Muskeln beansprucht und Bänder gedehnt aber darum geht es nicht. Die Abfolge von Bewegungen (Asanas) sind die Vorbereitung für die Atemübungen (Pranayama) und dies wiederum ist die Vorbereitungen für die eigentliche Praxis - MEDITATION.



Wenn du dich vielleicht schon mit dem Thema Yoga auseinandergesetzt hast, dann ist Patanjali ein Name, den du vielleicht schon einmal gehört hast.

Mit dem Yoga Sutra hat Patanjali eine der wichtigsten Schriften verfasst und damit die Grundlage für Yogis aller Welt in ihrer täglichen Praxis geschaffen. Im Yoga Sutra beschreibt Patanjali die acht Stufen des Raja Yoga, mit dem wir uns auf den Weg zur Erleuchtung machen können.


Diese sind:


Yama – unsere Haltung nach außen
Niyama – unsere Haltung nach innen
Asana – Körperübungen, die der Kontrolle und Reinigung dienen
Pranayama – die Kontrolle unseres Atems
Pratyahara – der Rückzug von der Außenwelt im Geist
Dharana – Konzentration
Dhyana – Meditation
Samadhi – Überbewusstsein, Bewusstsein der Einheit

Nur wenige Yogis erreichen Samadhi und damit den Zustand jenseits unserer Vorstellungskraft, womit eine Beschreibung nicht einfach ist, wenn nicht unmöglich. Es handelt sich um einen Zustand, den man erlebt haben muss, um ihn in seiner Ganzheit erfassen zu können.


Von Samadhi sprechen zu können liegt sehr weit außerhalb meiner Reichweite und ist wohl für uns westlich geprägte Menschen ein Ziel in weiter Ferne. Es gibt Menschen, die verschreiben sich ihr Leben lang den Lehren des Yogas und widmen diesem jeden einzelnen Atemzug. Und dies verdient meine tiefste Bewunderung. Ich habe so viele Geschichten von Yogis gehört und spüren dürften, welch enorme Energie von ihnen ausgeht. Es gibt Yogis, die ihr Leben lang auf einem Bein stehen und einen Arm Richtung Himmel strecken. Als ich diese Geschichte zum ersten Mal gehört habe bin ich aus dem Staunen und Bewunderung gar nicht mehr herausgekommen, denn es hat mir etwas ganz wesentliches vor Augen geführt und zwar, dass wir mit mentaler Stärke zum allem fähig sind!


Stärke wächst nicht aus körperlicher Kraft - vielmehr aus unbeugsamen Willen.

Meine Reise zum Yoga hat gerade erst begonnen. Ich fange an zu verstehen und zu begreifen, dass dieser Weg noch sehr viel mehr für mich bereithält. Und auf dieser Reise möchte ich dich teilhaben lassen - dich ein Teil davon sein lassen.


In meinen Yoga Stunden geht es nicht um irgendwelche sportlichen Posen, mehr Flexibilität oder einen starken Bizeps. Es geht einzig und allein deinen Körper vorzubereiten, ihn kennenzulernen und durch körperliche Betätigung deinen Geist zu stärken. Du wirst eine Veränderung spüren und das in deinem ganz eigenen Tempo. Schau nicht nach rechts oder links auf deiner Matte, denn dort wirst du nichts finden, was du nicht bereits selbst in dir trägst.


NAMASTE

Anni

 
 
 

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